19.03.2026 14.33Online seit heute, 14.33 UhrDer geplante österreichweite Gesamtvertrag zwischen der Ärztekammer (ÖÄK) und der Gesundheitskasse (ÖGK) soll langsam Form annehmen. Laut Ärztekammer-Vizepräsident Edgar Wutscher und dem aktuellen ÖGK-Vorsitzenden Peter McDonald soll bis zum Sommer ein Konzept vorliegen.„Es ist so, dass wir in den wesentlichen Punkten den Gesamtvertrag schon haben“, sagte Wutscher heute im Ö1-Mittagsjournal. Es seien aber noch zahlreiche Details zu verhandeln.„Es gibt derzeit in den Bundesländern fast 200 regionale Abmachungen, die müssen noch abgearbeitet werden. Aber die wesentlichen Eckpunkte, die werden stehen“, zeigte sich Wutscher optimistisch.Es werde aber freilich noch länger dauern, bis die Leistungen tatsächlich gleich sind, auch ein einheitlicher Gesamtkatalog werde „noch länger verhandelt“ werden. Er gehe aber von einem „vernünftigen Kompromiss“ aus, sagte Wutscher.„Neue Vertrauensbasis“Zuversichtlich zeigte sich auch McDonald: „Ich glaube, es ist ganz gut gelungen, wieder eine neue Vertrauensbasis mit der Ärztekammer zu erarbeiten.“ Man habe „im Stillen“ begonnen, Arbeitsgruppen einzusetzen, und bereits mehr als 1.000 Arbeitsstunden investiert.Es bestehe die gemeinsame Zielsetzung, österreichweit eine „faire und gerechte Versorgung zu schaffen“. Diese soll für alle Österreicherinnen und Österreicher gleich sein – „aber auch für die Ärzteschaft“. Er teile den Optimismus, man gehe nun „Punkt für Punkt“ durch.Der Rechnungshof (RH) hatte im Dezember einen Bericht vorgelegt, der wegen der Empfehlung zur Entmachtung der Landesärztekammern schon in der Rohversion im Sommer für Aufsehen gesorgt hatte. Der RH kritisierte darin, dass ein moderner, bundeseinheitlicher Gesamtvertrag zwischen ÖGK und ÖÄK seit 2019 nicht erreicht wurde.Länder reden mitDie gesetzlichen Rahmenbedingungen, so die Kritik des RH, erschwerten eine Verhandlungslösung, weil die Zustimmung nicht nur der Bundesärztekammer, sondern jeder Landesärztekammer notwendig sei. Der RHempfahl eine diesbezügliche Änderung.Davon ist nun offenbar keine Rede mehr. „Nein, ganz im Gegenteil. Wir haben die Landesärztekammern an den Tisch geholt“, sagte McDonald im Mittagsjournal. Es finde derzeit ein Umdenken statt, dass „wir mit den demografischen Herausforderungen und dem Fortschritt der Medizin und den Kosten, die auf das Gesundheitssystem zukommen, einfach österreichweite Lösungen brauchen“.