Teheran behält ein starkes Druckmittel | Igor Semywolos - Ukraine

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23. März 2026US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gestellt: Sollte die derzeit von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Straße von Hormus nicht bis Dienstagmorgen vollständig geöffnet werden, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen. Iran reagierte mit der Androhung einer kompletten Blockade der Meerenge für den Fall solcher Angriffe. Kommentatoren beleuchten Motive der Akteure und mögliche Auswege.Alle Zitate öffnen/schließen Igor Semywolos (UA) / 22. März 2026Igor SemywolosLand des MediumsUkraineSprache des MediumsUkrainischTeheran behält ein starkes DruckmittelNahostexperte Ihor Semywolos sieht auf Facebook eine möglicherweise geschickte Strategie des Iran:„Der Iran könnte sich für die Strategie einer kontrollierten Drosselung der Straße von Hormus entscheiden, statt vollständige Schließung oder vollständige Öffnung zu wählen. Anzeichen dafür gibt es bereits: Iranische Tanker setzen ihre Fahrt nach China über alternative Routen fort und einzelne Schiffe erhalten selektiv Genehmigungen zur Durchfahrt. Das verschafft Teheran einen dauerhaften Hebel – ohne formelle Kapitulation und ohne vollständige Eskalation –, ein kontrolliertes Druckventil, mit dem jederzeit verhandelt werden kann. Gerade deshalb verliert jedes Ultimatum zur 'vollständigen Öffnung' von vornherein gegen die iranische Logik partieller Zugeständnisse.“Ihor Semywolos  Zum Originalartikel Adevărul (RO) / 20. März 2026AdevărulLand des MediumsRumänienSprache des MediumsRumänischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage4.995 (2022)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagAdevărul HoldingOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiWähler werden teures Benzin nicht vergessenDer Gründer des Zentrums für Technologieinnovationen Inventikus, Cătălin Buciumeanu, analysiert auf der Webseite von Adevărul:„Wenn Trump eskaliert, läuft er aus politischer Sicht Gefahr, dass er Amerika in einen langen, teuren und toxischen Krieg geführt hat. Wenn er brüsk aufhört, riskiert er, dass er so wirkt, als habe er bereits den wirtschaftlichen Preis bezahlt, ohne ein strategisches Ergebnis erzielt zu haben. Und wenn er versucht, die Diskussion ausschließlich auf Identität, Kultur und Parteitreue zu verlagern, wird er eine elementare Wahrheit wiederentdecken: Der Wähler kann vieles verzeihen, aber selten verzeiht er den Preis für einen Liter Benzin.“Cătălin Buciumeanu  Zum Originalartikel La Stampa (IT) / 21. März 2026La StampaLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage110.000(2023)Herausgeber/VerlagGruppo Editoriale L’Espresso SpAOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigWashington hat eine andere LogikDie unterschiedlichen Interessen Israels und der USA beleuchtet La Stampa:„Über Nacht verkündete Washington durch Finanzminister Scott Bessent, dass der Verkauf des derzeit auf See blockierten iranischen Öls (vorübergehend) erlaubt werde. ... Der Kontrast zu Israel, das am Vortag das riesige Gasfeld South Pars angegriffen hatte, könnte nicht größer sein. … Jerusalem versucht, so viel wie möglich von der Islamischen Republik zu zerstören: ihre militärischen Fähigkeiten, ihre Führung sowie ihre Energie- und Produktionsinfrastruktur. Washington hingegen verfolgt, so schwer fassbar seine letztendlichen Ziele auch sein mögen, die Logik eines militärischen Sieges ohne politische und/oder wirtschaftliche Risiken.“Stefano Stefanini  Zum Originalartikel taz, die tageszeitung (DE) / 22. März 2026taz, die tageszeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksAuflage46.871 (2022)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/Verlagdie tageszeitung Verlagsgenossenschaft eGOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiVor dem ShowdownEuropa wird sich auf Dauer nicht heraushalten können, schreibt die taz:„April könnte der Monat des Iran-Showdowns werden, eventuell zeitgleich zum erwarteten Frühjahrsaufschwung der Kämpfe in der Ukraine, wo Russland zwar Boden verliert, aber neue Offensiven vorbereitet – ermuntert durch die Ölgelder, die der Irankrieg in seine Kassen spült. 'Das ist nicht unser Krieg', wie es zum Irankrieg vergangene Woche noch aus Europa hieß, ist da keine adäquate Antwort mehr. Es gibt momentan kein europäisches 'Wir'. Trumps Irankrieg und davor seine Grönland-Ambitionen haben die Nato gespalten, die EU wird vom Trump- und Putin-Freund Viktor Orbán aus Ungarn lahmgelegt. Jede Regierung muss selbst überlegen, wo sie in diesem heraufziehenden Dritten Weltkrieg steht und was sie zu tun gedenkt. Auch in Berlin.“Dominic Johnson  Zum Originalartikel El Periódico de Catalunya (ES) / 23. März 2026El Periódico de CatalunyaLand des MediumsSpanienSprache des MediumsKatalanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage66.000 (2020)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagEditorial Prensa IbéricaOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigAuf Waffenstillstand drängenRafael Vilasanjuan schlägt in El Periódico de Catalunya einen Deal vor:„Gefangen in Netanjahus Krieg, vertraut niemand Trump. Im Inland kommt die Kritik aus den eigenen Reihen und spaltet die Republikanische Partei, insbesondere ihren radikaleren Flügel. International hat ihn dieser Krieg isoliert. Verbündete verweigern ihm die Unterstützung, auch weil ihm niemand vertraut. Krieg ist für jedes Land eine sehr ernste Angelegenheit, und Präsident Trump gleicht eher einem unberechenbaren Kind mit Waffen als einem Anführer, dem man folgen sollte. Sein Ultimatum führt an den Rand des Abgrunds, doch es gibt noch eine Alternative. ... Ein Waffenstillstand im Austausch für die Öffnung der Meerenge hätte größere Erfolgsaussichten als sich auf Trumps Weg in die Hölle einzulassen.“Rafael Vilasanjuan  Zum Originalartikel