Nuki hat seinem beliebten Keypad ein Upgrade spendiert, womit eine völlig neue Art des Zutritts bei euch einzieht. iPhone-Nutzer werden sich vor allem darauf freuen, die Haustür fortan mit Apple Home Key öffnen zu können. Ich habe mir das Nuki Keypad 2 NFC im Test genauer angeschaut und kläre, ob sich der Kauf oder gar der Umstieg vom Vorgänger lohnt. Mit knapp 180 Euro liegt das Nuki Keypad 2 NFC etwa 30 Euro über der Version ohne NFC.Wer Apfelpage regelmäßig verfolgt, weiß: Ich bin ein großer Fan von Smart-Locks; allen voran Nuki. Das lästige Suchen nach dem Schlüsselbund in der tiefen Tasche gehört dank den intelligenten Türschlössern schon lange der Vergangenheit an. Während das bisherige Nuki Keypad 2 (zum Test) bereits mit einem Fingerabdrucksensor punktete, setzt das neue Modell noch einen drauf. Die Zauberphrase lautet „Tap to Unlock“.Optisch ein alter BekannterWenn ihr das Nuki Keypad 2 NFC aus der Packung nehmt, werdet ihr euch vermutlich erst einmal fragen, ob ihr das richtige Modell geliefert bekommen habt. Optisch ist es nämlich nahezu identisch mit dem Keypad 2 (ohne NFC). Die Maße sind gleich, die Verarbeitung gewohnt hochwertig und die Montage denkbar einfach: Die Rückplatte wird entweder direkt an den Türrahmen geklebt oder – für die Wohnungs- und Hauseigentümer unter euch – festgeschraubt. Allerdings sei dazugesagt, dass der Kleber wirklich bombenfest hält; sogar auf Rauputz, wenn man eine einigermaßen gute Stelle erwischt.Das Nuki Keypad 2 NFC kommt mit etwas Papierkram und der bekannten Wandhalterung inkl. Klebeband. (Bild: Valentin Heisler)Der einzige sichtbare Unterschied zum Vorgänger ist ein kleines, dezent aufgedrucktes Funk-Symbol zwischen den Tasten und dem Fingerabdrucksensor. Dieses weist darauf hin, dass sich dort die verbaute NFC-Schnittstelle versteckt. Die Montageplatte ist identisch zum Vorgänger. Damit kann man die Keypads in wenigen Sekunden austauschen und muss keine neue Platte montieren. Das weiß ich als Tester wirklich zu schätzen.Rein optisch sind sich das Nuki Keypad 2 NFC und das Nuki Keypad 2 sehr ähnlich. (Bild: Valentin Heisler)Einrichtung problemfreiMeine Vergangenheit mit Nuki-Geräten war durchaus turbulent, wenn es um eine reibungsfreie Einrichtung geht. Beim Wechsel vom Keypad 2 auf das Keypad 2 NFC hat alles tadellos funktioniert. Wie versprochen, wurden alle Zugangscodes übernommen. Lediglich die Fingerabdrücke musste ich neu konfigurieren. Das hängt bestimmt damit zusammen, dass sie lokal auf dem Gerät gespeichert sind. Auch das Software-Update lief ohne Abbrüche durch und die Verbindung zum Smart-Lock war sofort da.Die Einrichtung des Nuki Keypad 2 NFC verlief problemlos. (Screenshot: Valentin Heisler)Am Ende der Einrichtung kommt mit „Tap to Unlock“ nun ein neuer Schritt hinzu, um die NFC-Schnittstelle zu konfigurieren. Dank ihr hält man das Handy oder die Smartwatch einfach kurz an das Keypad – so wie man es etwa von Apple Pay kennt – und schon öffnet sich das Smart-Lock. Um diese Funktion nutzen zu können, muss man sich für einen von zwei Modi entscheiden. Ein kurzer Überblick:Nuki App ModusNutzt Aliro – ein neuer, herstellerübergreifender Standard für digitale Schlüssel in der Wallet; vergleichbar mit Matter für’s Smart-HomeVorteil: Alle kompatiblen Endgeräte können Smart-Lock öffnenNachteil: Gerät muss zum Öffnen der Haustür entsperrt seinSmart Home ModusNutzt Apple Home Key oder Samsung Digital Home KeyVorteil: Öffnen der Haustür funktioniert auch ohne Entsperren des EndgerätsNachteil: Nutzung zwischen unterschiedlichen Smart-Home-Systemen und Handymarken deutlich eingeschränkter oder (noch) nicht möglichWie man sich hier entscheidet, kommt ganz auf das persönliche Nutzungsverhalten sowie die vorhandene Hardware an. Wer ein reines HomeKit- oder SmartThings-Zuhause hat, kann den vollen Komfortumfang des „Smart Home Modus“ ausschöpfen. Wenn man das Keypad initial über Apple Home einrichtet, funktioniert der „Smart Home Modus“ auch mit weiteren Samsung-Geräten. Wenn man zuhause jedoch viele verschiedene Gerätetypen unterschiedlicher Hersteller hat oder den Zugriff breitflächig anderen Personen freigeben möchte, bleibt nur der „Nuki App Modus“ übrig.Der Wechsel zwischen den beiden Modi ist in den Einstellungen des Keypads schnell vollzogen. Man kann also beide Varianten in Ruhe ausprobieren und für sich entscheiden, was man nutzen möchte oder nutzen kann.NFC statt UWB: Eine strategische Entscheidung?Der neue Aliro-Standard wurde in der Smart-Lock-Szene heiß erwartet. Er sollte das Öffnen von Smart-Locks über digitale Schlüssel auf Handy und Smartwatch vereinheitlichen, unabhängig vom Betriebssystem des Endgeräts oder von proprietären Angeboten wie Apple Home Key. Für die Kommunikation sorgen hauptsächlich NFC und UWB, wobei Nuki auf ersteres setzt. Mich persönlich enttäuscht dies etwas: UWB würde es etwa erlauben, das Smart-Lock schon bei Annäherung automatisch zu öffnen. Das Handy könnte also in der Hosentasche bleiben. Auf der anderen Seiten ist die Entscheidung Nukis durchaus nachvollziehbar:Zum einen sind NFC-Chips aktuell in deutlich mehr Endgeräten zu finden. Außer bei den neueren iPhones ist UWB noch recht selten vertreten, vor allem bei günstigeren Android-Handys. Da Android in der DACH-Region sehr verbreitet ist und Nuki sein neues Keypad ja einer breiten Masse zur Verfügung stellen möchte, ist NFC zum aktuellen Zeitpunkt nur folgerichtig. Zum anderen bietet Nuki mit „Auto Unlock“ bereits eine proprietäre Funktion an, die das automatische Öffnen bei Annäherung ermöglicht. Weitere mögliche Gründe, warum es NFC und nicht UWB wurde, könnten die technische Marktreife, zu hohe Kosten oder auch lokale Gegebenheiten sein. Aqara hat das Keypad des U400 etwa auch nur in der US-Version mit UWB ausgestattet.„Tap to Unlock“ im AlltagDie Funktion, das Smart-Lock per Handy zu entsperren, habe ich schon von anderen Herstellern zu lieben gelernt. Da an meiner Haustür allerdings ein Nuki installiert ist, konnte ich es kaum abwarten, bis auch die Österreicher den Schritt wagen. Nun war es soweit und schon nach kurzer Zeit wurde „Tap to Unlock“ mein bevorzugter Weg zum Öffnen der Tür. Aktuell baue ich meinen Garten um, was entweder staubige Finger oder Handschuhe bedeutet. Kurz die Apple Watch rangehalten und schon ist die Haustür offen – super! Auch mit dicken Winterhandschuhen ist das Ranhalten des Handys komfortabler sein als das Eingeben der PIN. Für meinen Fall also ein sehr gelungenes und nützliches Feature.Auch wenn beide Modi einwandfrei funktioniert haben, habe ich mich für den „Smart Home Modus“ und Apple Home Key entschieden. Da ich das iPhone nicht entsperren muss und dessen NFC-Chip selbst bei leerem Akku funktioniert, profitiert man vom Maximum an Komfort. Mein Zuhause basiert ohnehin auf HomeKit und im Haus sind ausschließlich iPhones unterwegs, womit ich wohl der Idealanwender bin ;)Mit Apple Home Key erscheint der digitale Schlüssel in der Wallet, genauso wie Autoschlüssel oder Bankkarten. (Screenshots: Valentin Heisler)Der Vergleich: Nuki Keypad 2 vs. Nuki Keypad 2 NFCWas hat sich im Vergleich zum Nuki Keypad 2 (ohne NFC) geändert?Zutrittswege: Beim Vorgänger hattet ihr die Wahl zwischen Zahlencode und Fingerabdruck. Jetzt kommt NFC als dritte, extrem komfortable Option hinzu.Kapazität: Neben den 20 Fingerabdrücken und 200 PIN-Codes könnt ihr nun zusätzlich bis zu 35 NFC-Berechtigungen vergeben.Kompatibilität: Das neue Nuki Keypad 2 NFC ist vor allem auf die neueren Generationen (mit Matter) wie das Smart Lock Ultra, Smart Lock Pro, Smart Lock Go und Smart Locks der 4. Generation optimiert. Beim „Smart Home Modus“ benötigt ihr einen herstellerspezifischen Matter-Hub, beim „Nuki App Modus“ ist keine Matter-Integration nötig.Zusammengefasst wächst vor allem die Auswahl an Zutrittsmöglichkeiten, während Nuki verspricht, dass die hohen Ansprüche in Sachen Datensicherheit, Einfachheit und Langlebigkeit bleiben. Nach fast dreijähriger Nutzung des Nuki Keypad 2 ohne große Probleme glaube ich das gerne.Batterielaufzeit noch unklarDa ich das Keypad erst seit wenigen Tagen im Einsatz habe, kann ich euch zur realen Akkulaufzeit des NFC-Modells natürlich noch keinen Langzeitbericht liefern. Nuki selbst gibt eine Laufzeit von mindestens 12 Monaten an.Zum Vergleich: Das Keypad 2 (ohne NFC) hat sich in meinem Langzeittest als sehr genügsam erwiesen und hielt bei meiner Nutzung etwa 10,5 Monate durch. Ich finde, dass das ein guter Wert ist. Da NFC-Abfragen etwas Energie benötigen, bin ich gespannt, wie nah das neue Modell an diesen Wert herankommt. Das Batteriefach ist leider immer noch etwas fummelig zu öffnen, aber da man das nur einmal im Jahr machen muss, ist das zu verschmerzen.Es wäre natürlich spannend, wenn man bei einem kommenden Modell einen wiederaufladbaren Akku integrieren würde. Oder Nuki bewegt sich mal wieder in Richtung eines fest installierten Keypads, ähnlich dem Nuki Keypad 2 Pro. Vermutlich werden meine Hoffnungen dahingehend aber enttäuscht werden.Fazit: Lohnt sich das Upgrade?Mit dem Nuki Keypad 2 war ich bereits sehr zufrieden – der Fingerabdrucksensor war eine gelungene Ergänzung zum allerersten Nuki-Keypad. Das Nuki Keypad 2 NFC ist nun die konsequente Weiterentwicklung eines bereits sehr guten Produkts. Die Qualität der bisherigen Funktionen ist gleich geblieben und der NFC-Reader macht, was er soll. Schön finde ich auch, dass Nuki dem Design und der Form treu geblieben ist. Bei der Konkurrenz findet man teilweise deutlich größere Gehäuse vor. Doch nun zur Frage, für wen sich das Nuki Keypad 2 lohnt:Wenn ihr schon ein Keypad 2 besitzt und mit dem Fingerabdrucksensor wunschlos glücklich seid, ist der Druck zum Upgrade vermutlich gering. Denn das neue Keypad kostet mit 180 Euro nochmal etwas mehr als das NFC-lose Geschwisterchen. Das würde ich mir also gut überlegen.Wenn ihr aber – wie ich – die Bequemlichkeit liebt, einfach nur die Apple Watch kurz ans Schloss zu halten, ohne den Finger perfekt positionieren zu müssen, dann ist das Keypad 2 NFC ein echter Gamechanger. Es macht den Zugang zum Haus noch ein Stück weit eleganter und einfacher. Solltet ihr noch gar kein Keypad haben oder vom Keypad der 1. Generation umsteigen, würde ich definitiv zur NFC-Variante raten. Dann ist auch der Aufpreis verschmerzbar.