Nationalrat diskutierte über Pläne für Lehrplanreform

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25.02.2026 11.54Online seit heute, 11.54 UhrDer Nationalrat hat heute über Pläne für eine Lehrplanreform debattiert. Die Gesellschaft habe sich verändert, es brauche heute andere Kompetenzen als noch vor 30 Jahren, sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) in der Aktuellen Stunde.Mit seinem Vorhaben, zugunsten von künstlicher Intelligenz (KI) und Informatik bei Latein und der zweiten lebenden Fremdsprache an der AHS-Oberstufe zu kürzen, war Wiederkehr zuvor auf Widerstand gestoßen.Wiederkehr: Humanistische Bildung aktualisierenEs gehe nicht darum, die humanistische Bildung zu verändern, sondern zu aktualisieren, so Wiederkehr. Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen brauche es zwar weiterhin.Im 21. Jahrhundert müssten Schülerinnen und Schüler aber auch Kritik-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit erlernen. Um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler nicht zu überfordern, müsse etwas reduziert werden, wenn etwas Neues hinzukomme.Die Koalitionspartner ÖVP und SPÖ hatten sich skeptisch gezeigt, Wiederkehr hatte deshalb angekündigt, in einem Gespräch Anfang März „Missverständnisse ausräumen“ zu wollen.Koalitionspartner wollen redenMan müsse überlegen, ob die Inhalte der Lehrpläne noch zeitgemäß seien, sagte ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti. Um zu wissen, wie Digitalisierung und KI funktionieren, sei aber eine gute Allgemeinbildung sowie sprachliche Bildung wichtig, betonte er.Man wolle nun „gemeinsam verhandeln, was das Beste ist“, und Schüler-, Lehrer- und Elternvertretungen, Fachleute sowie die politischen Parteien einbeziehen.Eine gute Reform müsse mehr Chancengerechtigkeit bringen, sagte SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer. Es gehe nicht darum, welche Ideologie am Ende gewinnt. Die Diskussion, wie Lehrpläne aussehen, müsse man länger führen. Unterschiedliche Schwerpunkte sollen sich auch in Zukunft in den Lehrplänen wiederfinden.FPÖ ortet „Trümmerhaufen“, Grüne bloße AnkündigungenFPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kritisierte die Aktuelle Stunde als „einzige pinke PR-Show“; NEOS produziere einen „Trümmerhaufen“ in der Bildungspolitik. „Wer Latein abwertet, handelt fahrlässig gegenüber unseren Kindern“, sagte er. Um KI zu verstehen, brauche es analytische Tiefe, wie sie im Lateinunterricht vermittelt werde.Mehr KI und weniger Latein an Schulen „klingt doch gut“, sagte hingegen die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Sigrid Maurer. Es bleibe allerdings bei Ankündigungen, monierte sie. Wiederkehr würde Dinge ankündigen, nur um dann vom Koalitionspartner gesagt zu bekommen, dass diese nicht abgesprochen sind. Vor allem die ÖVP „in enger Umklammerung der Lehrergewerkschaft“ ist für sie „Weltmeister der Blockade“.