25.02.2026 14.55Online seit heute, 14.55 UhrAm siebenten Verhandlungstag im Spionageprozess gegen den ehemaligen Mitarbeiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Egisto Ott, sind heute weitere Zeugen befragt worden.Per Videokonferenz wurde ein italienischer Polizist einvernommen, über den Ott mehrfach Erhebungen in Italien veranlasst hatte. Der italienische Verfassungsschützer ging von Amtshilfe aus, die Anklage unterstellt Ott, er habe den Kollegen instrumentalisiert.Laut Anklage handelte Ott im Interesse des russischen Geheimdiensts, indem er sich etwa von dem Zeugen eine Gästeliste eines Hotels in Venedig übermitteln ließ. „Das ist so lange her, ich kann mich nicht mehr genau erinnern“, hielt der Italiener zu den Abfragen fest.„Sie verleugnen meine Mutter“Die Staatsanwaltschaft regte indes Protokollergänzungen an. Etwa jene Aussage eines früheren BVT-Beamten: „Egisto, wos is dir denn do eing’foin?“ Ott wiederum versuchte nachzuweisen, dass die Italienisch-Dolmetscherin einen juristischen Fachausdruck nicht richtig übersetzt hatte „Sie haben das falsch übersetzt!“, so Ott, „meine Mutter war Italienerin. Italienisch ist meine Muttersprache!“ Er habe erst mit vier Jahren Deutsch gelernt. „Sie verleugnen meine Mutter“, so Ott in Richtung der Dolmetscherin.Vor der Befragung eines informierten Vertreters der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Eine mittlerweile pensionierte Referatsleiterin sagte indes über öftere Kritik Otts an ihr: „I hob eahm g’sogt ‚Egisto, was über mi deppert redst, is ma eh wurscht‘. Das war’s.“„Hawara, wos liagst mir schu wieder an?“Anders sei es mit Ex-BVT-Abteilungsleiter Martin Weiss gewesen. Der habe sie gemobbt, weshalb sie sich mit ihm im Sommer 2015 im Wiener Stadtpark zu einer Aussprache getroffen hätte. Dabei habe sie ihn erwischt, wie sich dieser am Handy „von einem Jan“ verabschiedet hätte. Weiss habe sich bemüßigt gefühlt, ihr zu erklären, er habe gerade mit einem BVT-Mitarbeiter telefoniert: „Da hob i eahm g’sagt ’Hawara, wos liagst mi schu wieder an? Wir hom kan Jan im BVT!“Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Weiss mit dem ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek telefoniert hatte. Für die Strafverfolgungsbehörden gilt es inzwischen als gesichert, dass Marsalek für den russischen Geheimdienst tätig war bzw. ist und Weiss für Marsalek Aufträge entgegennahm. Weiss entzog sich der strafrechtlichen Verfolgung, indem er sich nach Dubai absetzte.